Artikel: Automatisierung: Österreich bei gefährdeten Jobs im Mittelfeld

Wien – Österreich liegt im Mittelfeld von 32 untersuchten OECD-Ländern, wenn es um die Gefährdung von Arbeitsplätzen durch die zunehmende Automatisierung geht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Job automatisiert und verloren geht, liegt bei 49 Prozent. Am stärksten gefährdet ist die Slowakei mit 62 Prozent, am geringsten Neuseeland mit 39 Prozent. Der Durchschnitt liegt bei 48 Prozent.

 

Laut der heute veröffentlichten OECD-Studie können rund 14 Prozent der Jobs in den untersuchten 32 Ländern relativ leicht automatisiert werden – die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei über 70 Prozent. Das entspricht über 66 Millionen Arbeitnehmern. Zusätzliche 32 Prozent der Jobs dürften bedeutenden Veränderungen unterworfen werden. Ein großer Teil der Aufgaben könnte automatisiert werden und damit die benötigten Anforderungen für diese Jobs verändern.

 

 

Industrie und Agrarwirtschaft besonders betroffen

 

Am stärksten betreffen dürfte die Automatisierung die produzierende Industrie und die Agrarwirtschaft. Aber auch einige Dienstleistungsbranchen seien extrem automatisierbar, so die OECD.

 

Die Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern sind groß: Während in der Slowakei 33 Prozent aller Jobs sehr leicht automatisiert werden könnten, sind es in Norwegen nur 6 Prozent. Generell seien die Arbeitsplätze in den angelsächsischen und nordischen Ländern sowie in den Niederlanden schwerer automatisierbar als in den Ländern Ost- und Südeuropas oder in Deutschland, Chile und Japan. Zum Vergleich: In Deutschland ist laut OECD die Wahrscheinlichkeit, dass ein Job durch Automatisierung verloren geht, mit 54 Prozent höher als in Österreich.

 

Höchstes Risiko bei gering qualifizierten Jobs

 

Am meisten gefährdet sind laut der OECD-Studie schlecht ausgebildete und junge Personen. Bei den Jobs mit dem höchsten Risiko handelt es sich großteils um gering qualifizierte Arbeiten, etwa als Reinigungskraft oder Arbeiter im Bergbau, am Bau und im Transportgewerbe.

 

Es müssten neue Möglichkeiten gefunden werden, um jungen Menschen zu helfen, während eines Studiums Arbeitserfahrungen zu sammeln, fordern die OECD-Experten. Wichtig sei auch die Umschulung und soziale Absicherung jener 14 Prozent, deren Jobs gefährdet sind. Zudem sollte es für jene, deren Jobs sich wahrscheinlich stark verändern werden, Aus- und Weiterbildungsprogramme geben. (APA, 3.4.2018)